Renaissance der Hochhäuser

 

Immer mehr Immobiliensuchende entdecken in deutschen Metropolen die Lust am Wohnen in der Höhe. Doch neue Wohntürme entstehen nicht nur der steigenden Nachfrage wegen. Sie sind auch zunehmend notwendig, um den in Großstädten zur Verfügung stehenden Raum effektiver zu nutzen.

 

 

Mit der Renaissance des Hochhauswohnens geht auch ein Imagewandel einher. Denn: Moderne Wohntürme haben nichts mehr mit den uniformen Hochhausbauten gemein, wie sie in den 1970er Jahren entstanden sind. Sie werden architektonisch so geplant, dass sie sich harmonisch in das Stadtbild fügen und positiv auf ihre Umgebung abstrahlen. Und: Sie gehen durch teilweise ausgeklügelte Konzepte auf die Bedürfnisse ihrer künftigen, teils internationalen Bewohner ein.

 

Die Bevölkerungszahlen nehmen in deutschen Großstädten beständig zu. Zum einen, weil immer mehr Deutsche vom Land in die Stadt und damit in die Nähe ihres Arbeitsplatzes ziehen wollen. Zum anderen, weil ansässige Unternehmen Mitarbeiter aus dem In- und Ausland anziehen, die ebenfalls urbanes Flair und kurze Wege schätzen. Wohnraum wird damit zunehmend rarer und teurer. So soll allein in München die Einwohnerzahl laut aktuellem Demografiebericht der Stadt bis Ende 2018 bereits die 1,6-Millionengrenze überschreiten und bis 2028 auf voraussichtlich 1,7 Millionen ansteigen – das bedeutet ein Wachstum gegenüber 2015 um rund 13 Prozent. „Größere Flächen an Baugrund gibt es in Metropolen wie München allerdings kaum noch. Platz nach oben hingegen schon. Hochhäuser eignen sich daher sehr gut, um dem Wohnraummangel zu begegnen. Allerdings müssen sie auf die heutigen Bedürfnisse der Wohnungssuchenden zugeschnitten sein, um Eigennutzer wie Investoren zu überzeugen“, sagt Roderick Rauert, Geschäftsführer der LBBW Immobilien Capital GmbH. Der Projektentwickler LBBW Immobilien baut derzeit in München im Neubaugebiet Am Hirschgarten die beiden 53 Meter hohen FRIENDS-Tower. Auf jeweils 15 Stockwerke verteilt, entstehen insgesamt rund 260 Einheiten.

 

War der Bau von Hochhäusern für lange Zeit aufgrund ihres schlechten Rufs für Projektentwickler keine wirkliche Alternative, ändert sich diese Wahrnehmung zunehmend. Das Image der uniformen Wohnblöcke aus den 1970er Jahren weicht einem neuen Bild von architektonisch teilweise sogar filigranen Gebäuden mit großzügigen Glasfassaden und modernen Wohnkonzepten, die den verfügbaren Raum optimal nutzen und das soziale Miteinander ihrer Bewohner zugleich fördern. „Zeitgemäße Hochhäuser werden heute mit immer vielseitigeren Leistungen für ihre Bewohner in Verbindung gebracht. Dadurch wird der Begriff Hochhauswohnen positiv aufgeladen: Der Empfang im Eingangsbereich zum Beispiel, an dem ein Mitarbeiter die Bewohner und Gäste begrüßt, die Post entgegennimmt oder Handwerker betreut, während die Bewohner arbeiten; oder das hauseigene Fitnessstudio, in dem die Bewohner auch spät abends trainieren können“, erklärt Jürgen Schorn, Geschäftsführer der Bauwerk Capital GmbH, die für die Vermarktung und Beratung der FRIENDS-Tower zuständig ist. „Der Markt für Immobilienprojekte, die Käufern und Mietern sinnvolle, weil den Alltag erleichternde Services bieten, wächst. Das erfahren wir aktuell verstärkt in Kundengesprächen. Für FRIENDS haben wir vor der Konzeption sogar eine Befragung von Immobiliensuchenden in München durchgeführt. Denn wir wollten wissen, welche Extras und Dienstleistungen sich Wohnungssuchende heute wirklich wünschen – und welche nicht.“

 

Ebenso  wie Wohnkonzepte neuer Hochhäuser heute oftmals auf die Bedürfnisse und den Lebensstil moderner, vielfach international geprägter Großstädter eingehen, sind ihre Planung und ihr Bau für Architekten und Projektentwickler eine Herausforderung: Umgebung, Anwohner, Baubestand, Stadtbild und städtebauliche Auflagen sind nur einige der Aspekte, die es beim Bau innerstädtischer Wohntürme ins Gleichgewicht zu bringen gilt. „Für viele Architekten besteht der besondere Reiz am Hochhausbau gerade im Spagat zwischen den eigenen Visionen und den Vorgaben der Stadt. Bei FRIENDS beispielsweise hat das Architekturbüro Allmann Sattler Wappner die baulichen Auflagen zeitgemäß interpretiert. Die zunächst klassisch geplanten Erker wurden in den Planungen spitzwinklig konzipiert. So sind bodentiefe Panoramafenster entstanden, die die Fassade falten und den Bewohnern 180 Grad-Ausblicke sowie ein Mehr an Licht und Raum ermöglichen. Von außen wird die Fassade zum markanten und spannenden Blickfang“, fasst Roderick Rauert zusammen.

 

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